GERICHTSGEBÄUDE | AMSTERDAM

KAAN Architecten

Projektumfang
60.000 m² BGF, 235 Mio. Euro
Fertigstellung
Mai 2021
Leistungsbild
Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Bauphysik, Sicherheitstechnik, Brandschutz
Besonderheiten
DBFMO: Design Build Finance Maintain Operate

EIN GEBÄUDE  FÜR DIE HÖCHSTE STELLE DER JUSTIZ

 

Das im Mai 2021 in Betrieb genommene Gebäude wurde für das Gericht von Amsterdam – das größte Gericht in den Niederlanden – auf dem gegenwärtigen Standort Zuidas Distrikt in Amsterdam gebaut. Das neue Gericht verfügt über einen festen Bereich von Büroräumen, der speziell auf die Nutzung des Gebäudes ausgerichtet ist.
Im April 2016 hat die Immobilienbehörde der Niederlande das Konsortium „New Amsterdam Court House“ (NACH) ausgewählt, um das neue Amsterdamer Gerichtsgebäude zu entwerfen, zu finanzieren, zu bauen, zu unterhalten und zu betreiben. ABT führte dieses Konsortium federführend an – zusammen mit Macquarie Capital, DVP, KAAN Architecten, Heijmans und Facilicom.

 

 

Der Entwurf zeigt ein stattliches offenes Gebäude, das Mitarbeitern und Besuchern einen Blick auf die Stadt und Passanten einen flüchtigen Blick in das Gebäude gewährt. Für das NACH ist es von zentraler Bedeutung, dass die Justizverwaltung eine öffentliche Angelegenheit von höchster Wichtigkeit ist. Ein Gebäude dieser Art soll natürlich seiner Bedeutung gerecht werden, gleichzeitig dabei aber nicht einschüchternd und „bunkerartig“ wirken. Immerhin werden hier Urteile „im Namen des Volkes“ verkündet. Der Vorplatz, die zentrale Halle im Gebäude, die Foyers und die Wartebereiche für Besucher stellen eine Fortsetzung des öffentlichen Stadtraums dar. Besucher können gesicherte Bereiche besuchen, während Richter, Vertreter der Staatsanwaltschaft und andere Organe der Rechtspflege über eigene abgeschirmte Wege verfügen.

 

 

HERAUSFORDERUNG


Um den Implementierungsumsetzungsplan (IRP) rechtzeitig fertigzustellen, wurde zusammen mit NACH das Concurrent Engineering gewählt. Die NACH-Spezialisten arbeiten dabei parallel (in BIM) und nicht nacheinander, sodass alle Spezialisten gleichzeitig – vom Gerichtssaal bis zum Büro – selbstständig arbeiten können. Die fertigen Bausteine wurden dann in die anderen geplanten Gerichtssäle, Büros und WC-Anlagen „kopiert“. Diese Methode war früher sehr gebräuchlich, doch die Digitalisierung hat sie obsolet gemacht. NACH erweckte diese Methode nun zu neuem Leben und kann so in Verbindung mit neuesten Methoden und Prozessen noch kosteneffizienter arbeiten.

 

Das NACH-Projektteam von rund einhundert Personen – darunter 35 von ABT – arbeitete nach der LEAN-Methode unter einem Dach an dem Projekt. Selbstverwaltende Teams arbeiten an jedem Baustein, während ein Zielteam das Projekt als Ganzes überwachte. Innerhalb dieser Struktur konnten die Partner gemeinsam Entscheidungen stets zur richtigen Zeit treffen.