NATURALIS BIODIVERSITY CENTER | LEIDEN

Neutelings Riedijk Architects

Projektumfang
38.000 m² Sanierung und 18.000 m² Neubau
Fertigstellung
2019
Leistungsbild
Baumanagement, Tragwerksplanung, 3D-digitaliserung, technische Ausrüstung, Geotechnik, Bauphysik, Nachhaltigkeit
Herausforderung
Umsetzung der designeten Refielen in Bausubstanz

NATURALIS BIODIVERSITY CENTER

 

AUFTRAG

Das Naturalis Biodiversity Center ist ein Forschungsinstitut und Naturkundemuseum in Leiden mit einer langen Geschichte. Das Museum wurde über seine Grenzen hinweg bekannt und bewältigte einen Besucherandrang von mehr als 400.000 Besuchern pro Jahr. Zu dem erfuhr das Institut ein exponentielles Wachstum und somit wurde eine Renovierung und Erweiterung dringend notwendig.

 

Die Sammlung wuchs auf 42 Millionen naturkundliche Objekte (Top 5 der Welt). Die Zahl der Forscher nahm stark zu, und auch das Museumsgebäude wurde von mehr als 400.000 Besuchern pro Jahr knapp besucht.

 

 

Neutelings Riedijk Architects entwarf eine nachhaltige Gesamtheit von bestehenden und neuen Gebäuden mit einer spezifischen Form für jede Funktion des Instituts. Der Empfangsbereich hat Platz gefunden in einem atemberaubenden hellen Atrium. Von hier aus sind alle Einheiten des Museums miteinander verbunden. Das alte Gebäude mit den Büros und Depots, das neue Gebäude mit den Laboratorien und das neue Ausstellungsgebäude. Restaurant und Gift-Shop befinden sich im Erdgeschoss. Begeht man das Gebäude immer weiter nach oben, verjüngen sich die Räumlichkeiten wie als wenn man einen Berg besteigt und die letzte Treppe führt tatsächlich zu einem Bergpfad.

 

In Kooperation mit der Modedesignerin Iris van Herpen wurden die prägenden Reliefformen für die Fassade entworfen. Inspiriert von der Naturalis-Sammlung und den Formen und Muster der Natur ließ sich van Herpen zu diesen speziellen dreidimensionalen Reliefen leiten.

 

 

 

Sehr auffällig ist auch das Blattmuster, welches aus nachhaltigen Materialien die gewältige und überdimensionale Eingangs-Hallenbild prägt. Das Design zeichnet sich durch eine auffällige durchbrochene „Glaskrone“ aus, bei der sich auch der Architekt Michiel Riedijk von Formen aus der Natur inspirieren ließ. Die aus dreidimensionalen Elementen bestehenden Fassaden und die Hallendecke bilden zusammen ein Blattmuster. Genau wie die Fassaden und das Innere des Museums ist der Bau aus nachhaltigen Materialien realisiert.

 

Bei der architektonischen Gestaltung des Naturalis-Neubaus wurde anhand einer parametrischen Modellierung die Form der komplex geformten Betonfassadenelemente (Blattmuster) erzeugt. Durch die Verwendung eines parametrischen Aufbaus können leicht mehrere Designvarianten vereint werden. Durch die direkte Kombination des parametrischen Modells mit der virtuellen Realität können Alternativen im tatsächlichen Maßstab und im Kontext des gesamten Gebäudes erlebt und direkt „live“ angepasst werden.

Die 2D-Entwürfe von Iris van Herpen wurden von ABT mithilfe von automatisierten Computerskripten in digitale 3D-Modelle übersetzt. Basierend auf einer Virtual Reality-Anwendung wurde eine lebensechte Erfahrung des Kunstwerks erstellt (virtuelle Modelle). Dies ermöglichte es dem Designer, Architekten und Kunden, die Gestaltungsalternativen im realen Maßstab und im Kontext des gesamten Gebäudes zu erleben.

 

Dank der Anwendung neuer digitaler Techniken wurde das Design nicht nur realisiert, sondern auch bis zur Perfektion optimiert. Die Betonformen wirken seidig weich; als ob sie Staub sind. So wie die innovativen Kollektionen, die van Herpen für Ihre internationale Kundschaft entwirft.